

Afrika produzierte in den beiden letzten Kaffeejahren (2022/23 und 2023/24) in der Größenordnung von 19–21 Millionen 60-kg-Säcken grünem Kaffee. Arabica dominiert in Ostafrika, während West-/Zentralafrika vorwiegend Robusta produziert. Für 2022/23 gegenüber 2023/24 gehörten zu den führenden Produzenten:
Äthiopien (Arabica): ~7,30 Millionen → 9,13 Millionen Säcke (alles Arabica).
Uganda (hauptsächlich Robusta, etwas Arabica): 6,565 Millionen → 6,400 Millionen Säcke.
Tansania (Arabica & Robusta): 1,20 Millionen → 1,35 Millionen Säcke.
Elfenbeinküste (Robusta): 1,02 Millionen → 1,325 Millionen Säcke.
Kenia (Arabica): 0,750 Millionen → 0,825 Millionen Säcke.
Kleinere, aber bedeutende Produzenten sind Kamerun, DR Kongo, Ruanda, Burundi und Madagaskar. Diese fünf Länder allein machten in diesem Zeitraum grob 18–21 Millionen Säcke (über 90 %) der afrikanischen Produktion aus. (Beispielsweise erreichten Ugandas Exporte im Geschäftsjahr 2024/25 7,77 Millionen Säcke und erzielten 2,22 Mrd. USD.) Insgesamt trägt Afrika mit rund 10–12 % zur weltweiten Kaffeeproduktion bei; der Anteil Afrikas stieg leicht von 2022 auf 2023.
Verarbeitungsmethoden in Afrika
Sowohl gewaschene (nass) als auch natural (trocken) Verfahren werden angewendet, je nach Region und Kaffeesorte. In Ostafrika werden Arabicas überwiegend gewaschen: so sind z. B. nahezu 100 % des kenianischen und ruandischen Kaffees nass aufbereitet (in Burundi etwa 70–80 % gewaschen). Äthiopien ist für beide Stile bekannt, national wird jedoch nur etwa 29 % des Kaffees nass aufbereitet (der Rest wird als Natural sonnengetrocknet). In Tansania sind etwa 90 % des Arabica gewaschen, mit einem kleinen Anteil natural. Im Gegensatz dazu werden Robusta-Kaffees in Afrika meist sonnengetrocknet: z. B. wird Robusta aus der Elfenbeinküste nahezu vollständig als Natural verarbeitet. Ebenso werden ugandischer und tansanischer Robusta selten gewaschen (auf Planen getrocknet und dann geschält). „Honey“-Verfahren und andere experimentelle Fermentationen existieren in Nischen, doch dominieren Waschen vs. Natural.
Zertifizierungen im afrikanischen Kaffee
Mehrere Nachhaltigkeits- und Qualitätszertifikate sind verbreitet. Biologische (Organic) Zertifizierung wächst in Ostafrika: Äthiopien, Uganda, Kenia und Tansania verzeichnen steigende Zahlen biologisch wirtschaftender Erzeuger. Tatsächlich werden in Äthiopien rund 90 % des Kaffees unter ökologischen Bedingungen angebaut, obwohl wenige Kleinbauern aufgrund der Kosten eine formale Zertifizierung erhalten. (Afrika hatte bis 2018 etwa 361.600 ha Kaffee in Umstellung oder biozertifiziert, wobei Äthiopiens 161.000 ha den Großteil der 59.000 t organischer Produktion ausmachten.) Fairtrade/FT ist ebenfalls weit verbreitet: Afrika beherbergt 37 % aller Fairtrade-Produzentenorganisationen (701 Gruppen in 29 Ländern, die 1,4 Mio. Bauern repräsentieren). Im Jahr 2023 erzielten diese 73,6 Mio. € an Fairtrade-Prämien (Kaffee machte etwa 7 % dieser Summe aus). Viele ostafrikanische Genossenschaften und Plantagen sind Fairtrade-zertifiziert. Rainforest Alliance/UTZ ist ebenfalls weit verbreitet: weltweit sind über 400.000 Kaffeeproduzenten RA-zertifiziert (viele Kleinbauern in Ostafrika). Weitere Siegel (4C, Organic, Bird-Friendly etc.) werden bei Spezialchargen verwendet.
Wichtigste Exportmärkte (Mengen und Werte)
Afrikanischer Kaffee fließt hauptsächlich nach Europa und in die Amerikas, mit wachsender Nachfrage in Asien. Historisch gingen über 40 % der afrikanischen Kaffeeexporte in die EU, gefolgt von den USA als zweitgrößtem Abnehmer. 2023 waren die Europäische Union und die Vereinigten Staaten die weltweit größten Kaffeeimporteure. Führende Zielmärkte sind Deutschland, Italien, Belgien und die Niederlande in Europa; die USA; sowie Japan für einige ostafrikanische Kaffees. Asiatische Märkte expandieren jedoch schnell: China, Indien und andere asiatische Käufer beziehen zunehmend afrikanischen Kaffee. So meldete Uganda kürzlich Italien und Deutschland als Top-Märkte (EU) und exportiert zunehmend nach Indien und China. Ostafrikas Specialty-Arabicas gehen häufig an EU- und US-Specialty-Röster. West-/Zentralafrikas Robustas finden typischerweise Verwendung in europäischen Instant-Kaffee- und Latte-Blend-Lieferketten. Im Geschäftsjahr 2024/25 exportierte Uganda 7,77 Millionen Säcke (≈ 2,22 Mrd. USD), hauptsächlich in EU- und asiatische Zielmärkte. Insgesamt bleibt Europa (insbesondere die EU) die größte Marktregion für afrikanischen Kaffee, gefolgt von Nordamerika, wobei Chinas jüngste Zollsenkungen (für 53 afrikanische Länder) China zu einem zunehmend wichtigen Käufer machen.
Industrielle Verwendungen afrikanischen Kaffees
Kaffeebohnen und Nebenprodukte aus Afrika bedienen vielfältige Industrien. Die Hauptverwendung sind Getränkebohnen: geröstete Arabica- und Robusta-Bohnen für Heißgetränke (Filterkaffee, Espresso, Instant). Viel des afrikanischen Robustas wird zu Instantkaffee (Gefriertrocknung oder Sprühtrocknung) für globale Marken verarbeitet, während Arabicas Premium- und Specialty-Mischungen liefern. Darüber hinaus sind Lebensmittel- und Geschmacksanwendungen weit verbreitet: Kaffeearomen werden in Eiscremes, Konditoreiwaren (Brownies, Schokolade), Saucen und Marinaden eingesetzt.
Der Kosmetik-/Körperpflege-Sektor verwendet zunehmend Kaffee-Inhaltsstoffe: Koffein und Kaffeeöl (reich an Antioxidantien) finden sich in Hautcremes, Körperpeelings und Anti-Cellulite-Produkten. Kaffeeextrakte und -öle werden wegen ihrer antioxidativen, entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften geschätzt (z. B. in Sonnenschutzmitteln und Anti-Aging-Seren).
In Nutraceuticals und Pharma werden Koffein und Grünkaffee-Extrakte in Nahrungsergänzungsmitteln, Energy-Drinks und Gewichtsreduktionsprodukten eingesetzt.
Schließlich werden Kaffee-Nebenprodukte stofflich verwertet (zirkuläre Nutzung): Schalen, Fruchtfleisch und Silberhäutchen enthalten Ballaststoffe und bioaktive Verbindungen. Diese können fermentiert oder extrahiert werden, um Aromastoffe, organische Säuren, Enzyme, Präbiotika, Antioxidantien und Koffein zu gewinnen. Beispielsweise ermöglichen fortgeschrittene Extraktionsverfahren eine effiziente Rückgewinnung von Koffein und Polyphenolen. Aufbereitete Kaffeesude und Fruchtfleisch können als Tierfutter oder Kompost verwendet werden. Zusammengefasst liefert afrikanischer Kaffee nicht nur die Grundlage für die Getränkeindustrie, sondern stützt auch eine Vielzahl von Lebensmittel-, Kosmetik- und biobasierten Produkten durch die Extraktion funktionaler Inhaltsstoffe.
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Bibliographie / Quellen
Produktions- und Exportdaten stammen aus Berichten des USDA und der FAO; Angaben zu Verarbeitung und Zertifizierungen stammen aus Branchen- und NGO-Berichten; Verwendungszwecke sind in Übersichtsartikeln der Lebensmittelwissenschaft dokumentiert.
apps.fas.usda.gov
https://apps.fas.usda.gov/psdonline/circulars/coffee.pdf
Ugandas jährliche Kaffeeexporte bringen Shs 8 Billionen - The Cooperator News
https://thecooperator.news/ugandas-annual-coffee-exports-earn-shs-8-trillion/
Kaffeeverarbeitung in Ostafrika: Ein Leitfaden - Perfect Daily Grind
https://perfectdailygrind.com/2021/12/coffee-processing-in-east-africa-a-guide/
Ein Leitfaden zum Kaffeesektor in der Elfenbeinküste - Perfect Daily Grind
https://perfectdailygrind.com/2022/07/guide-to-coffee-sector-in-cote-divoire/
Bäuerinnen und Bauern setzen auf biozertifizierten Kaffee für höhere Einnahmen in Afrika - Tea & Coffee Trade Journal
https://www.teaandcoffee.net/feature/33669/farmers-look-to-organic-certified-coffee-for-higher-earnings-in-africa/
Monitoring the scope and benefits of Fairtrade: Africa and the Middle East regional report, 16th edition (Fairtrade)
https://www.fairtrade.net/de/get-involved/library/africa-middle-east-monitoring-report-16th-ed.html
Rainforest Alliance Certified Coffee | Rainforest Alliance
https://www.rainforest-alliance.org/insights/rainforest-alliance-certified-coffee/
Ungünstige klimatische Bedingungen treiben Kaffeepreise auf den höchsten Stand seit Jahren - FAO
https://www.fao.org/newsroom/detail/adverse-climatic-conditions-drive-coffee-prices-to-highest-level-in-years/en
China hebt Kaffeeeinfuhrzölle für afrikanische Länder an und verändert damit globale Handelsströme - DatamarNews
https://datamarnews.com/noticias/china-lifts-coffee-import-tariffs-on-african-nations-reshaping-global-trade-flows/
Uganda wird Afrikas größter Kaffeeexporteur
https://furtherafrica.com/2025/06/27/uganda-becomes-africas-top-coffee-exporter-surpassing-ethiopia/
Grüne Aufwertung von Rückständen der Kaffeeindustrie: Neue Innovationen und ihre Rolle in nachhaltigen Lebensmittel- und Futtermittelanwendungen - ScienceDirect
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S277250222500486X




